MITEINANDER STARK — Schule für Bewältigungskompetenz

Die Versuchsreihe

Ich erkläre es nicht.
Ich zeige es.

Ein Bild bleibt nur dann pädagogisch wertvoll, wenn daraus eine neue Handlungsmöglichkeit entsteht. Genau darum geht es hier: sichtbar machen, was innen passiert — und daraus etwas ableiten, das ein Kind morgen selbst tun kann.

Versuche im Seminar erleben

Standbild aus dem Reel: Anna Peters hält ein Blatt Papier mit einem gemalten Herz in beiden Händen.
Der meistgesehene Versuch

Das Papierherz

Wie wird dein Herz stark?

Ein Herz auf einem Blatt Papier. Bei jeder Beleidigung wird es geknickt. Und dann wird es wieder glattgestrichen — mit „Entschuldigung", mit „war doch nicht so gemeint", mit „stell dich nicht so an". Das Blatt lässt sich öffnen. Die Falten bleiben trotzdem sichtbar.

Kinder verstehen daran sofort etwas, das Erwachsene oft übergehen: Ein Wort zurückzunehmen ist nicht dasselbe, wie es nie gesagt zu haben. Und gleichzeitig heißt ein Knick nicht, dass das Herz kaputt ist.

Was daraus folgtZwei Dinge auf einmal: Wer austeilt, sieht, dass „war doch nur Spaß" die Falte nicht auflöst. Und wer einsteckt, lernt, dass ein geknicktes Herz noch immer trägt — wenn jemand da ist, der mit hinsieht.

Standbild aus dem Reel: Wer bestimmt über dein Inneres? Ein Glas Wasser und ein Mikroskop.

Tinte im Wasser

Andere beeinflussen uns — aber sie bestimmen nicht vollständig, welche Farbe unser Weg am Ende trägt.

Ein Tropfen Tinte fällt ins Glas. Die Farbe breitet sich aus, das Wasser verändert sich sichtbar. Was Kinder daran verstehen: Ein Satz von außen wirkt wirklich, das lässt sich nicht wegreden. Und trotzdem entscheidet nicht der Tropfen allein, wie das Glas am Ende aussieht.

Was daraus folgtWahrnehmen, dass etwas gewirkt hat, ohne sich davon vollständig bestimmen zu lassen. Erster Schritt: benennen können, was hereingekommen ist.

Standbild aus dem Reel: Anna Peters hält ein Lineal, dieses Experiment entscheidet, wie dein Kind mit Mobbing umgeht.

Lineal und Blatt

Der Unterschied, den Training macht.

Ein Satz kann ein Kind treffen. Oder abprallen. Der Unterschied liegt nicht in der Welt, sondern in dem, was das Kind vorher geübt hat. Der Versuch trennt drei Dinge, die im Alltag zusammenfallen: Was ist wahrgenommen, was ist interpretiert, was ist tatsächlich Information über mich?

Was daraus folgtEine Meinung von einer Tatsache unterscheiden — und merken, dass „du bist doof" keine Information über mich ist.

Standbild aus dem Reel: Wenn es in dir brodelt, bist du dann die Schneekugel oder der Vulkan?

Die Schneekugel

Starke Gefühle sichtbar machen — und erleben, dass sich das Aufgewirbelte von selbst wieder setzt.

Beschimpft werden. Mit Sand beworfen. Abgelehnt oder nicht gesehen werden. Kinder erleben täglich Situationen, die in ihnen etwas zum Brodeln bringen. Die geschüttelte Kugel zeigt, was dann im Inneren los ist — und dass niemand in diesem Zustand klar sehen kann.

Was daraus folgtWarten, bis sich die Flocken setzen, bevor man handelt. Das ist keine Beruhigungsfloskel, sondern eine beobachtbare Tatsache.

Standbild aus dem Reel: Dieser Strick hält alles zusammen — Verbindung im Team.

Miss-Verständnis

Nicht die Verbindung ist weg. Das Verstehen ist verrutscht.

Ein Streit, ein falsches Wort, ein harter Ton — und es fühlt sich an, als wäre alles kaputt. Der Trick zeigt, dass die Verbindung noch da ist, auch wenn sie gerade nicht zu sehen ist. Das ist der Unterschied zwischen „wir haben uns missverstanden" und „wir sind fertig miteinander".

Was daraus folgtNach einem Konflikt zurückgehen können, statt abzubrechen. Nachfragen statt annehmen.

Standbild aus dem Reel: Wenn das greift, sagen Kinder bald zueinander, ey, Mentos-Moment.

Mentos

Wenn Druck kein Ventil findet.

Nicht der Satz war zu viel. Nicht der Blick, nicht die Situation. Der Druck war schon vorher da — und dann kommt dieser eine Moment. Der Versuch macht sichtbar, was Erwachsene sonst „grundlos ausrasten" nennen: Es gab einen Grund, er lag nur früher.

Was daraus folgtEin gemeinsames Wort für einen Zustand. Wenn Kinder untereinander „Mentos-Moment" sagen können, beginnt genau da die Veränderung.

Standbild aus dem Reel: Anna Peters zeigt auf eine randvoll gefüllte Glasflasche.

Die volle Glasflasche

Regulation heißt nicht: weniger fühlen. Regulation heißt: trotz des Gefühls wählen können, was ich tue.

Die Flasche steht für einen Menschen, und sie ist voll: Freude, Wut, Aufregung, Enttäuschung, Stress, Angst, Müdigkeit — montagmorgens vielleicht auch einfach alles gleichzeitig. Regulation bedeutet nicht, die schlechten Gefühle loszuwerden. Alle Gefühle dürfen da sein.

Mit einem kleinen Ball auf der Öffnung drehe ich die Flasche um. Die Erwartung im Raum ist jedes Mal dieselbe: Jetzt schwappt alles heraus. Es passiert nicht. Die Flasche ist immer noch voll — die Wut ist noch da, die Enttäuschung auch. Sie entscheiden nur nicht mehr allein, was als Nächstes passiert.

Was daraus folgtDer Ball ist das Bild für eine Strategie: ein Atemanker, Bewegung, eine Pause, Abstand, eine vertraute Person, ein Satz. Entscheidend ist, dass sie vorher bekannt ist — nicht erst dann, wenn die Flasche schon kopfüber hängt. Genau das ist Prävention.

Standbild aus dem Reel: Anna Peters hält eine geschälte und eine ungeschälte Mandarine in der Hand.

Die Mandarine

Was von außen schützt, sieht man erst, wenn es fehlt.

Zwei Mandarinen, nebeneinander in einer Hand. Die eine hat ihre Schale, die andere ist geschält. Innen sind beide gleich weich und gleich empfindlich. Der Unterschied liegt ausschließlich in dem, was außen herum aufgebaut wurde.

Genau das ist die Frage, die ein Kurs beantworten muss: Was baue ich mit den Kindern auf, das man im Alltag nicht sieht — bis zu dem Moment, in dem es gebraucht wird?

Was daraus folgtDie Schale ist kein Panzer und macht niemanden unverletzlich. Sie sorgt dafür, dass nicht jeder Druck von außen sofort bis nach innen durchgeht. Aufgebaut wird sie aus Wissen über den eigenen Körper, aus Strategien und aus der Erfahrung, schon einmal etwas Schwieriges geschafft zu haben.

Standbild aus dem Reel: Ein grün gemaltes Herz unter einem Wasserstrahl.

Das Herz unter der Dusche

Warum Selbstliebe stabil macht.

Ein gemaltes Herz kommt unter den vollen Wasserstrahl. Was ungeschützt ist, verläuft sofort. Was geschützt ist, bleibt — das Wasser läuft ab, das Bild bleibt sichtbar.

Der Strahl steht für das, was täglich auf ein Kind einprasselt: Vergleiche, Bewertungen, Likes, Sprüche. Nichts davon lässt sich abstellen. Die Frage ist nur, was davon haften bleibt.

Was daraus folgtWas ein Kind über sich selbst denkt, ist keine Nettigkeit am Rand — es entscheidet mit, wie viel von außen ankommt. Deshalb ist Selbstwert bei mir kein Extrathema, sondern die Grundlage unter allen anderen.

Standbild aus dem Reel: Anna Peters hält einen halb grünen, halb roten Reifen vor sich.

Der grün-rote Reifen

Warum die Stärkung der Intuition der größte Selbstschutz sein kann.

Ein Reifen, zur einen Hälfte grün, zur anderen rot. Grün heißt: Das fühlt sich stimmig an. Rot heißt: Hier stimmt etwas nicht. Kinder ordnen Situationen zu — und merken dabei, dass sie die Antwort meistens schon haben, bevor sie sie begründen können.

Das Bauchgefühl meldet sich früher als der Kopf. Der Kopf liefert die Begründung erst nach. Wer gelernt hat, das erste Signal ernst zu nehmen, hat einen enormen Vorsprung.

Was daraus folgtKinder lernen, ihrem eigenen Signal zu trauen — auch dann, wenn eine erwachsene Person oder eine ganze Gruppe etwas anderes sagt. Das ist der Schutz, der auch dann noch trägt, wenn keine Regel greift.

Der Hintergrund

Warum das im Seminar funktioniert

Die Versuche sind der sichtbare Einstieg — nicht die eigentliche Arbeit. Die liegt in dem, was danach passiert: Wie begleite ich die Gruppe, wenn ein Bild etwas auslöst? Wie wird aus einem Aha-Moment eine Handlung, die am Montag noch da ist? Genau das ist der Teil, den pädagogische Teams bei mir mitnehmen.

Die Methode dahinter

Ein Bild bleibt nur dann pädagogisch wertvoll, wenn daraus eine neue Handlungsmöglichkeit entsteht.

— sonst ist es nur ein netter Trick

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Die Versuche werden hier verlinkt, nicht eingebettet: Ein Instagram-Fenster lädt fremde Skripte nach und würde jede Besucherin bei Instagram registrieren, bevor sie darauf geklickt hat. Ein Link tut das nicht.

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Diese Versuche im eigenen Haus erleben

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